Veröffentlicht am 17. August 2026

PIWI International Wine Challenge 2026

Bericht von Jiří Sedlo

Beim Wettbewerb „PIWI International Wine Challenge 2026“, der am 29. Juni im mährischen Valtice stattfand, wurden 359 Weinproben (im Vergleich zum Vorjahr +64 %) aus PIWI-Rebsorten von 128 europäischen Winzern (im Vergleich zum Vorjahr +75 %) bewertet. Bewertet wurden sie von einer internationalen Fachjury, die sich aus Vertretern aus Tschechien, Österreich, der Schweiz, Italien, Deutschland, China und der Slowakei zusammensetzte. Diese fünfte Ausgabe des internationalen Wettbewerbs, dem zuvor der internationale PIWI-Weinpreis vorausging, fand unter der Schirmherrschaft von PIWI International bereits zum dritten Mal im Nationalen Weinbauzentrum Valtice statt.

Wie Abbildung 1 zeigt, nahmen Weine aus zehn europäischen Ländern teil, am meisten aus Deutschland (105), gefolgt von Österreich (69), Tschechien (68), der Schweiz (48), Italien (42), Belgien (13), Polen (7), Dänemark (4), Kroatien (2) und Schweden (1). Die Bewertung erfolgte mithilfe der bewährten ELWIS-Software des Nationalen Weinbauzentrums Valtice.

Abb. 1: Verteilung der teilnehmenden Winzer nach Ländern (äußerer Kreis) und der von ihnen eingereichten Weinproben (innerer Kreis)

Im Wettbewerb stand eine breite Palette von mehr als vierzig PIWI-Sorten, die vor allem in Deutschland (15), Österreich (8), der Tschechischen Republik, der Schweiz und Italien (jeweils 5), Frankreich (3) und Russland (1) gezüchtet wurden. Die am häufigsten vertretenen Sorten sind in Abbildung 2 ersichtlich; einige PIWI-Sorten waren nur mit einer Probe oder als Cuvée vertreten – beispielsweise Baco noir, Cabertin, Divico, Merlot Kanthus, Merlot Khorus, Pinot Iskra, Sauvignon Kretos, Sauvignon Nepis, Savilon, Seyval blanc und Vidal blanc.

Abb. 2: Anteil der bewerteten Proben nach Rebsorten

Aus diesem Wettbewerb lassen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Rückschlüsse auf die Verbreitung und die Entwicklung des Anbaus der einzelnen PIWI-Rebsorten in Europa ziehen. Generell lassen die Ergebnisse den Schluss zu, dass PIWI-Sorten derzeit vor allem für aromatischere Weißweine vom Sauvignon- und Muskat-Typ verwendet werden, während es sich bei den selteneren Rotweinsorten nach wie vor um Cabernet-Typen oder um Sorten handelt, die mit dem Pinot noir verwandt sind. Bei den sortenreinen Weißweinen machten die aromatischen Sorten einen Anteil von 80 % aus. In der Praxis wird eine Vielzahl von PIWI-Sorten verwendet, von Sorten, die bereits vor hundert Jahren gezüchtet wurden, bis hin zu den neuesten. Dies spiegelt sich natürlich auch in der Qualität des Weins wider. Weine aus Rebsorten, die in den letzten fünfzig Jahren gezüchtet wurden, lassen sich sensorisch nicht von Weinen aus klassischen Rebsorten der Art Vitis vinifera unterscheiden, und dabei handelt es sich nicht nur um aromatische Sorten, sondern auch um neutrale Sorten, die dem Riesling, dem Grünen Veltliner und ähnlichen Sorten ähneln.

Lässt sich aus diesem internationalen Wettbewerb ein Rückschluss auf die PIWI-Sortenweine auf dem europäischen Markt ziehen, so führt bereits im dritten Jahr in Folge die Sorte Souvigner gris, gefolgt von Solaris. Mit großem Abstand folgen die Sorten Hibernal, Muscaris, Donauriesling, Johanniter, Sauvignac, Cabernet blanc, Cabernet Cortis und Blütenmuskateller. Andere Sorten haben in den letzten drei Jahren einen Anteil von 3 % im Wettbewerb nicht überschritten.

Die höchste Bewertung, 95,67 Punkte und eine große Goldmedaille, erreichte in diesem Jahr der Souvignier gris, ein deutscher Wein, Jahrgang 2025 von Michael Winkler aus Göttingen in Niedersachsen. Dieser Wein gewann zudem in der Kategorie A1 (weiße Trockenweine bis 12 % Vol.) und war der einzige Wein dieses Winzers, der zum Wettbewerb angemeldet wurde. Alle Gewinner der Großen Goldmedaillen sind in Tabelle 1 und die Sieger der einzelnen Kategorien in Tabelle 2 aufgeführt.

Tab. 1: Vergebene Große Goldmedaillen
Tab. 2: Gewinner der einzelnen Kategorien

Insgesamt wurden 260 Weine mit Medaillen ausgezeichnet, davon 14 Proben mit einer Großen Goldmedaille (4 %), 94 Weine mit einer Goldmedaille (26 %) und 152 Weine mit einer Silbermedaille (42 %). Der älteste Wein stammte aus dem Jahr 2017, die Jahrgänge 2018 und 2019 waren jeweils mit drei Proben vertreten, der Jahrgang 2021 nur mit zwei, 7 % der Proben stammten aus dem Jahrgang 2022, 10 % der Proben stammten aus dem Jahrgang 2023, 14 % aus dem Jahrgang 2024 und die meisten, nämlich 61 %, aus dem Jahrgang 2025.

Die vollständigen Ergebnisse stehen hier zum Download bereit: